Warum Sehprobleme länger unbemerkt bleiben

 

Für uns Menschen ist gutes Sehen eine Selbstverständlichkeit, doch genau hier wird es knifflig. Sehprobleme entwickeln sich häufig schleichend und bleiben deshalb in frühen Stadien lange unbemerkt. Die meisten Menschen gewöhnen sich an eine leicht verschwommene Sicht oder bemerken Veränderungen erst dann, wenn sie schon deutlichen Einfluss auf den Alltag haben.

Unser Sehsystem ist erstaunlich anpassungsfähig. Kleine Veränderungen der Sehschärfe können über längere Zeit durch kaum bemerkbare Justierungen ausgeglichen werden. Betroffene vergrößern beispielsweise Texte auf dem Smartphone, kneifen beim Blick in die Ferne die Augen leicht zusammen oder halten ein Buch schlicht etwas weiter weg. Auch Beschwerden wie Kopfschmerzen, müde oder angestrengte Augen und Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht werden nicht immer direkt mit einer veränderten Sehleistung in Verbindung gebracht.

Genau deshalb ist es sinnvoll, die eigene Sehleistung regelmäßig überprüfen zu lassen. Ein Augenoptiker stellt mittels eines professionellen Sehtests fest, ob sich die Sehstärke verändert hat und ob eine vorhandene Brille oder Kontaktlinsen noch optimal angepasst sind. Gerade wenn sich die Anforderungen im Alltag verändern, beispielsweise durch erhöhte Zeit am Bildschirm, längere und häufige Autofahrten oder zunehmende Schwierigkeiten beim Lesen, lohnt sich eine Kontrolle.

Dabei geht es nicht nur darum, möglichst scharf zu sehen. Eine individuell passende Sehhilfe kann dazu beitragen, die Augen im Alltag zu entlasten und unterschiedliche Sehanforderungen komfortabel und sicher zu bewältigen.

Wichtig ist dabei das Zusammenspiel von Augenoptiker und Augenarzt. Beide haben unterschiedliche, aber sich ergänzende Aufgaben. Der Augenoptiker konzentriert sich auf die Sehleistung und die optimale Versorgung mit Brillen und Kontaktlinsen. Der Augenarzt untersucht dagegen das Auge aus medizinischer Sicht und kann Augenerkrankungen erkennen, diagnostizieren und behandeln.

Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind insbesondere abhängig von Alter, individuellen Risikofaktoren und der persönlichen Situation wichtig. Denn manche Veränderungen am Auge können über längere Zeit bestehen, ohne dass Betroffene selbst eine deutliche Einschränkung ihres Sehens bemerken.

Deshalb gilt: Nicht erst warten, bis das Sehen spürbar schlechter wird. Ein regelmäßiger Sehtest beim Augenoptiker und die passende augenärztliche Vorsorge ergänzen sich sinnvoll. Wer Veränderungen frühzeitig erkennt, kann schnell reagieren und damit das eigene, gute Sehen im Alltag möglichst lange erhalten.

 

Beitrag: Rocktician, Bilder: magnific.com, HARU Vision

 
 
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